Zwischen Termindruck und Self-Care: Zeit- und Selbstmanagement im Mentoring
Zeit- und Selbstmanagement ist mehr als gute Planung. Es geht darum, Prioritäten bewusst zu setzen, mit den eigenen Ressourcen achtsam umzugehen und handlungsfähig zu bleiben. Beim Kleingruppentreffen am 23. April 2026 reflektierten die Mentor:innen außerdem, welche Rolle Zeit in der Mentoringbeziehung spielt und wie sie bewusst gestaltet werden kann.
Wer andere begleitet, stärkt und ermutigt, braucht selbst Klarheit über Prioritäten, Grenzen und den eigenen Umgang mit Anforderungen. Gerade Mentor:innen bewegen sich häufig zwischen operativen Aufgaben, Führungsverantwortung, spontanen Anliegen und der bewussten Begleitung ihrer Mentees. Umso wichtiger ist es, den eigenen Arbeitsalltag nicht nur zu organisieren, sondern auch regelmäßig zu reflektieren.
Zeit bewusst gestalten
Zu Beginn des Treffens richteten die Teilnehmenden den Blick auf typische Zeitfallen im beruflichen Alltag: volle Kalender, kurzfristige Anfragen, Unterbrechungen und Aufgaben, die zwar dringend wirken, aber nicht immer wirklich wichtig sind.
Im Austausch wurde deutlich: Gutes Zeitmanagement beginnt nicht mit der perfekten Methode, sondern mit Klarheit. Was ist gerade wesentlich? Welche Aufgaben zahlen wirklich auf Ziele ein? Und wo braucht es bewusst gesetzte Grenzen, damit Qualität, Verlässlichkeit und Gesundheit nicht auf der Strecke bleiben? Mehrere Beiträge betonten dabei, dass niemand alles allein schaffen kann und gerade in Phasen von Druck oder Unsicherheit das Gespräch mit anderen oft die entscheidende Entlastung bringt.
Selbstmanagement heißt auch Selbstführung
Neben konkreten Methoden stand vor allem die eigene Haltung im Fokus. Denn Selbstmanagement bedeutet mehr als Planung und Priorisierung. Es geht auch darum, Verantwortung für die eigene Energie, Konzentration und Handlungsfähigkeit zu übernehmen.
Für Mentor:innen ist dieser Aspekt doppelt bedeutsam: Sie sind nicht nur selbst gefordert, sondern auch Vorbild und Reflexionspartner:in für ihre Mentees. Wer mit den eigenen Ressourcen achtsam umgeht, kann auch andere dabei unterstützen, realistische Ziele zu setzen, Entscheidungen zu sortieren und Überforderung frühzeitig wahrzunehmen.
Vom Reagieren ins bewusste Handeln kommen
Die Mentor:innen sammelten zentrale Gedanken, die über reine Planung hinausgehen: Es braucht einen Rahmen, um sich selbst besser einschätzen und einordnen zu können, Klarheit über die eigene Rolle, regelmäßige Selbstreflexion und Raum für persönliche Entwicklung. Auch Sinn, Motivation und Erfolg wurden als wichtige Orientierungspunkte benannt.
Deutlich wurde außerdem: Selbstmanagement hat viel mit Präsenz zu tun. Wer gegenwärtig bleibt, die eigenen Ressourcen kennt und eine positive Grundhaltung bewahrt, kann auch in anspruchsvollen Situationen handlungsfähig bleiben. So entsteht eine Form von Produktivität, die nicht nur Aufgaben abarbeitet, sondern persönlich stimmig und wirksam ist.
Im Gespräch wurde deutlich: Zeit- und Selbstmanagement ist kein starres System, sondern ein Lernprozess. Es braucht Übung, ehrliche Selbstbeobachtung und manchmal auch den Mut, nicht alles gleichzeitig schaffen zu wollen.
Was bleibt
Zeit- und Selbstmanagement schafft nicht mehr Stunden am Tag. Aber es hilft, bewusster mit Aufmerksamkeit, Verantwortung und Energie umzugehen.
Für das Mentoring bedeutet das: Mentor:innen müssen nicht alle Antworten liefern. Sie können Räume öffnen, Fragen stellen und Mentees darin bestärken, eigene Prioritäten zu erkennen und handlungsfähig zu bleiben.
Ein herzliches Dankeschön an alle Mentor:innen für den offenen Austausch, die eingebrachten Erfahrungen und die Bereitschaft, auch den eigenen Umgang mit Zeit, Erwartungen und Belastung zu reflektieren.
Ausblick
Weiter geht es im Juni 2026 mit einem gemeinsamen Workshop für Mentees und Mentor:innen. Dann steht das Thema „Gesund führen“ im Mittelpunkt und damit die Frage, wie Führung langfristig wirksam, verantwortungsvoll und gesund gestaltet werden kann.